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20 Jahre Kinderrechte

Die soeben erschienene Spezialausgabe der UNICEF Berichtreihe «Zur Situation der Kinder in der Welt» zeigt zum 20. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention deren Hintergründe und Zukunftsperspektiven auf.

«Zur Situation der Kinder in der Welt - 20 Jahre Kinderrechte» (auf Englisch)

Kinderrechte: Geschichten aus dem Leben >

Perspektiven auf die Kinderrechtskonvention >
(Aufsätze auf Englisch)

Geschichten zur Kinderrechtskonvention >
(auf Englisch)

Die Kinderrechtskonvention ist der erfolgreichste Völkerrechtsvertrag

United Nations 2007, child delegate


Die UN-Kinderrechtskonvention wurde 1989 verabschiedet und von allen Ländern der Welt ausser den USA und Somalia ratifiziert. Sie umfasst 54 Artikel zu Überleben, Schutz und Entwicklung und basiert auf den Prinzipien der Nicht-Diskriminierung, des Kindeswohls, sowie der Anhörung von Kindern. Als völkerrechtliches Übereinkommen verpflichtet sie die Staaten, entsprechende gesetzliche Massnahmen zu treffen, um die Rechte der Kinder zu schützen bzw. ihnen zu ihren Rechten zu verhelfen.

Die Kinderrechtskonvention ist das erste Dokument, welches die bestehenden Menschenrechtsverträge und Standards zusammenfasst und auf die Bedürfnisse von Kindern ausrichtet. Damit gewinnen die Belange und Interessen der Kinder an Verbindlichkeit. Regierungen und Politiker/innen sind durch die Kinderrechtskonvention gefordert, ihre Zusage einzulösen.

20 Jahre Kinderrechte - Happy Birthday!

 

Die Kinderrechtskonvention begründete eine neue Sicht auf die Kinder

The embroidered edge of her dress in his mouth, a boy holds his mother's hand as he stands in front of her in the village of Bhaluka, Mymensingh district.

Die Kinderrechtskonvention hat die Sicht auf die Kinder weltweit verändert. Kindheit wurde erstmals als geschützter Lebensabschnitt definiert, in dem Kinder aufwachsen, lernen, spie-len und sich entwickeln können. Kinder werden heute als eigenständige Individuen (Rechtssubjekte) angesehen, die eine eigene Meinung haben und diese auch äussern dürfen. Aus Almosenempfängern sind Rechtsträgerinnnen und –träger geworden. Wenn es um Entscheidungen geht, die ihre Zukunft betrifft (z.B. bei Scheidung der Eltern) haben Kinder ein ihrem Alter angemessenes Anhörungs- und Mitspracherecht.

 

Der Einfluss der Kinderrechtskonvention auf Überleben und Entwicklung

Gesundheit, early childhood development, Impfung

Global gesehen wurden im Bereich Überleben und Entwicklung in Afrika und Asien die grössten Fortschritte erzielt, wobei Südasien und die Länder südlich der Sahara hinter allen anderen herhinken.

  • Kindersterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren verzeichnet werden: sie sank von 12,5 Millionen auf 9 Millionen (1990-2008).
  • Die Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren konnte seit 1990 in allen Entwicklungsregionen gesenkt werden.
  • In sieben afrikanischen Ländern konnten die Ansteckungen mit dem HI-Virus bereits um die für 2010 angepeilten 25 Prozent oder mehr gesenkt werden. 
  • Die Todesfälle durch Masern konnten dank Impfungen um 74 Prozent reduziert werden.
  • 84 Prozent aller Kinder treten in die Primarschule ein, 90 Prozent davon schliessen sie ab. 
  • Die Gleichstellung von Mädchen und Knaben konnte markant erhöht werden.

 

Der Einfluss der Kinderrechtskonvention auf den Kindesschutz

Central African Republic, child soldier

Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung, Vernachlässigung und Diskriminierung von Kindern gibt es in jedem Land und in jeder kulturellen, sozialen oder wirtschaftlichen Gemeinschaft.
Es ist nicht einfach, in diesem Bereich Daten zu erheben, die Dunkelziffer bleibt hoch, der Fortschritt geht sehr langsam voran:
Geschätzte 500 Millionen bis 1.5 Milliarden Kinder leiden unter Gewalt

  • 150 Millionen Kinder arbeiten
  • 70 Millionen Mädchen und Frauen sind genital beschnitten
  • 50 Millionen Kinder sind nicht registriert
  • Über 64 Millionen Frauen zwischen 20 und 24 Jahren wurden vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet
  • Über eine Milliarde Kinder lebt in Ländern/Territorien mit bewaffneten Konflikten.

 

Wirtschaftskrise und Klimawandel bedrohen die Errungenschaften der Kinderrechtskonvention

Emergency Pakistan

Die Kinderrechtskonvention feiert ihren 20. Geburtstag in einer unbeständigen Zeit. Die schlimmste Finanzkrise seit 80 Jahren, Klimawandel und demographische Veränderungen bedrohen die Errungenschaften der Kinderrechtskonvention:

  • Die Anzeichen verdichten sich, dass die am wenigsten entwickelten und kinderreichsten Länder die Hauptlast der Umweltveränderungen werden tragen müssen.

  • Die Wechselbeziehung von politischen Unruhen und Klimawandel trifft Kinder ganz besonders: Steigender Druck auf ökonomische Ressourcen, Nahrung und Wasserversorgung, sinkende Einkommen, erschwerter Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen.

  • Trotz Kinderrechtskonvention gibt es dennoch Lücken, z.B. bei der Gesundheitsversorgung von Müttern, Neugeborenen und Kleinkindern. Kinderrechtsexperten fürchten, dass sich diese Klüfte aufgrund der Finanzkrise weiter öffnen werden.

  • Im Jahr 2030 werden 25 Prozent aller Kinder unter 5 Jahren in einem der 49 am wenigsten entwickelten Länder leben – gegenüber 1990 nahezu eine Verdoppelung. Damit nimmt der Druck auf die Regierungen zu, die Kinderrechte umzusetzen.

  • Diese Kinder werden eine zunehmend unwirtliche Umwelt erleben: Wetterextreme, veränderte Regenfälle, Naturkatastrophen werden Errungenschaften wie sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittelsicherheit, tiefere Quote an Unterernährten und die Eindämmung von Krankheiten bedrohen.