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Kein Fahrschein zum Leben - das Recht auf einen Namen

Mädchen der Ethnie San
Mädchen der Ethnie San
© UNICEF/NYHQ2008-0847/Isaac

Registrierungskampagnen in Namibia

In Namibia bringen 81 Prozent der Frauen ihre Kinder im Spital zur Welt. Dennoch haben 40 Prozent der Kinder unter fünf Jahren keine Geburtsurkunde. Kinder, die nicht offiziell registriert sind, sind in vielen Bereichen gefährdet: Sie sind verletzlicher für Missbrauch, Kinderhandel und Kinderheirat und haben einen eingeschränkten Zugang zum Gesundheits- und Schulsystem sowie zum öffentlichen Dienst.

Traditionsgemäss wird der Name in Namibia durch die Familie des Vaters bestimmt. Diese Namensgebungspraxis führt zu Verzögerungen in der Geburtenregistrierung. Um diesem Problem zu begegnen, wurde im staatlichen Krankenhaus in Katatura ein neues System entwickelt. Die Krankenschwestern raten den werdenden Müttern nun, sich entweder bereits frühzeitig mit der Familie über den Namen des Kindes zu einigen oder aber das Kind registrieren zu lassen, wenn sie sechs Wochen nach der Geburt zum Impfen vorbeikommen.

«In diesem Fall», erklärt Ian MacLeod, UNICEF Direktor von Namibia, «bietet das Ministerium für Gesundheit die Einrichtung, während das Ministerium für innenpolitische Angelegenheiten das Personal stellt. Die Barrieren zwischen den Ämtern, die sonst kaum zusammenarbeiten, wurden niedergerissen, um den Kindern zu ihrem Recht zu verhelfen.»

Schwierig, zu einem registrierten Namen zu kommen, ist es für Kinder in abgelegenen Gegenden. Für sie ist die Reise zum Amt oft viel zu teuer. Durch mobile Registrierungskampagnen wird nun auch diesen Kindern das Recht auf einen Namen gewährt. Bei der letzten mobilen Registrierungskampagne übernachteten Hunderte Menschen in Zelten und warteten auf das fahrende Registrierungsteam.

Noch schwerer erreichbar sind Kinder der ethnischen Minderheit San. Dieses Nomadenvolk lebt oft ohne Zugang zu Gesundheitsdiensten und Schulwesen. Viele Kinder und Erwachsene kennen das Datum ihres Geburtstages nicht, manche nicht einmal den Namen ihrer Eltern. Da einige nicht lesen und schreiben können, werden die Registrierungsformulare mit Fingerabdrücken statt mit einer Unterschrift unterzeichnet und vielen Eltern fehlt die Möglichkeit, zu beweisen, dass ein Kind das ihrige ist. Dank den mobilen Registrierungskampagnen, die von UNICEF unterstützt werden, versucht man mit allen Mitteln, diese Hindernisse zu überwinden.