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«Baby Freundliche Spital Initiative»

BFHI 
 © Schweizerische Stillstiftung

 

UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich zum Ziel gesetzt, die erste Lebensphase eines Neugeborenen ganz besonders zu schützen. In der Kinderrechtskonvention gehört Stillen zum Recht des Kindes auf das erreichbare Höchstmass an Gesundheit. UNICEF und WHO haben deshalb 1992 die «Baby-Friendly Hospital Initiative» (BFHI) lanciert.

UNICEF und WHO publizierten 1990 gemeinsam eine Erklärung über die Verantwortung der Geburtskliniken und der besonderen Rolle des Gesundheitspersonals beim Schutz und bei der Förderung des Stillens (Innocenti Declaration on the Protection, Promotion and Support of Breastfeeding). 1992 entstand ein weltweites Programm, welches auf der Grundlage gleich lautender Kriterien sowohl in den Entwicklungsländern als auch in den Industrieländern zur Durchführung empfohlen wurde. Grundlage der BFHI sind die «Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen».
In der Schweiz wenden 57 Spitäler und 2 Geburtshäuser diese Richtlinien an. Mehr als die Hälfte aller Kinder in der Schweiz kommen in einer babyfreundlichen Geburtsklinik zur Welt Liste der babyfreundlichen Spitäler.

Aufgrund einer Standortbestimmung im Jahr 2010 - Neupositionierung des BFHI-Labels in der Schweiz - hat UNICEF Schweiz Kriterien und Zertifizierungsprozess den heutigen gültigen Regeln der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in Gesundheitseinrichtungen angepasst.

Mit der absehbaren Verkürzung der Spitalaufenthalte nach Einführung der Fallkostenpauschalen werden zudem die Schnittstellen zwischen Schwangerenvorsorge, Wochenbett und ambulanter Nachsorge ein besonders Augenmerk erfordern. Eine hohe Pflege- und Betreuungsqualität in der Geburtshilfe und in der ambulanten Nachsorge fördert das Stillen, stärkt die Mutter-Kind-Bindung und trägt zu einem optimalen Lebensstart bei.

Die BFHI-zertifizierten Kliniken sind verpflichtet, zu jedem Mutter-Kind-Paar eine Statistik zu führen, welche sowohl ein klinikspezifisches Monitoring als auch ein übergreifendes Benchmarking erlaubt. Im Hinblick auf die Einführung der Fallkostenpauschalen bietet dieses Monitoring eine wichtige Ausgangs- und Vergleichsbasis für die weiteren Entwicklungen.


BFHI
BFHI
© Schweizerische Stillstiftung

Stillen als Teil eines gesunden Lebensstartes


In Entwicklungsländern sterben jedes Jahr ca. 4,5 Millionen Kinder zwischen 1 Monat und 5 Jahren an Mangelernährung. Stillen ist die Basis für Wachstum und Entwicklung und kann über Leben und Tod entscheiden.

Rund 1,5 Millionen Todesfälle an Infektionskrankheiten bei Kindern zwischen 1 Monat bis 5 Jahre könnten durch Stillen verhütet werden. Die Senkung der hohen Kindersterblichkeitsraten weltweit gehört zu den dringlichsten Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit. Die Stillförderung hat in den letzten 30 Jahren massgeblich zur Senkung der Kindersterblichkeit in den Entwicklungsländern beigetragen.

Industrialisierte Länder tragen eine doppelte Verantwortung: Mit der Verpflichtung der Nahrungsmittelindustrie auf den internationalen Codex über die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten sowie durch die Vorbildfunktion, Stillen auch in den entwickelten Ländern als soziale Norm zu etablieren.
In der Schweiz ist Stillen nicht eine Frage von Leben und Tod. Das Stillen hat jedoch bei uns wie in anderen industrialisierten Ländern bedeutsame gesundheitliche Vorteile.

Gesundheitliche Vorteile
Stillen fördert die Gesundheit des Kindes bis ins Erwachsenenalter. Gestillte Kinder weisen insbesondere ein geringeres Risiko für Übergewicht und seine Folgekrankheiten, für Infektionskrankheiten, insbesondere Mittelohrentzündung und Magen-Darm-Infektionen, für den plötzlichen Kindstod sowie auch für allergische Erkrankungen auf. Stillen fördert auch die Gesundheit der Mutter und senkt das Risiko für Brustkrebs, Ovarialkrebs und Zuckerkrankheit.

Mutter-Kind-Beziehung stärken
UNICEF betrachtet die Massnahmen zur Stillförderung nicht isoliert. Schwangerschaft und frühe Kindheit sind Phasen, in welchen zentrale Weichenstellungen für die Entwicklung von Kindern erfolgen. Eine qualitativ hochstehende Begleitung, Beratung und Betreuung rund um die Geburt fördert eine tragende Mutter-Kind-Beziehung und stärkt die physische und psychische Gesundheit von Mutter, Neugeborenem und ihren Familien, unabhängig von der Art der Ernährung. Besondere Bedeutung haben die Übergänge von der Geburtsklinik in die ambulante Nachsorge bis ins Vorschulalter. Optimale und niederschwellige Beratung, Begleitung und Unterstützung von Familien mit Kleinkindern tragen dazu bei, Kinder zu fördern und vor Vernachlässigung und Misshandlung zu schützen.