Die Geschichte von Saikham, 7 Jahre

Im Dörfchen Ban Kaengluang in Laos, wo Saikham mit seinen Eltern wohnt, gibt es keinen Arzt. Erst Tage nach dem Unglück, die Schmerzen im Fuss waren unerträglich geworden, wurde er ins Spital der Provinzhauptstadt Savannakhet gebracht.
Dort fanden die Ärzte auf der entzündeten Fusssohle Spuren von weissem Phosphor, einem chemischen Kampfstoff. Phosphor wurde von den Amerikanern während des Vietnamkrieges in Laos eingesetzt. Kommt der Mensch damit in Berührung, führt es zu hochgradigen, oft tödlichen Verbrennungen.
«Die Sonne brannte am 21. April 2008. Mit meinen Freunden kühlte ich mich im Fluss Xe Banghiang, der bei unserem Dorf Ban Kaengluang vorbeifliesst. Wir spielen oft dort. Plötzlich, als ich im Wasser stand, stach der Schmerz in meinen rechten Fuss. Ich dachte, ich hätte mich irgendwo verbrannt, und rannte zurück ins Dorf, zur Bambushütte meiner Eltern. Meine Mutter versuchte die Schmerzen mit Wasser zu lindern. Es nützte nichts, der Fuss tat immer mehr weh. Später wurde ich im Spital von Xepon verarztet.
Nach wenigen Tagen rannte ich wieder herum, trotz Schmerzen. Mein Fuss entzündete sich. Da wandte sich meine Mutter an die Hilfsorganisation Handicap International Belgium, die im Nachbardorf arbeitete. Ich wurde wieder ins Spital gebracht. Diesmal fanden sie an meinem Fuss Reste eines chemischen Kampfstoffes.
In der Regel genügt davon ein Tropfen auf der Haut, um sich bis auf den Knochen einzubrennen. Wäre das passiert, wäre ich an einer Phosphorvergiftung gestorben. Eine Woche musste ich im Spital bleiben. Weil das Dorf meiner Eltern zu weit entfernt ist, konnten sie mich nicht besuchen. Ich hatte Heimweh. Jetzt ist mein Fuss wieder gesund, nur an wenigen Stellen ist die Haut noch verhärtet. Im Fluss gehen wir immer noch schwimmen, aber nicht mehr an der gleichen Stelle. Sie ist abgesperrt.»
© Text: Bruno Bötschi, Schweizer Familie




