Bildung für Kinder und Kindermönche in Bhutan
«Wenn ich gross bin, möchte ich Lehrerin werden»
Yanka Nomadenkind
Das abgelegene Königreich Bhutan hat erstaunliches geleistet: 94 Prozent der Kinder gehen heute zur Schule. Das Land ist kurz davor das Millenniumsentwicklungsziel «Grundschule für alle» zu erfüllen. Schwer zu erreichen bleiben die Nomadenkinder, die mit ihren Familien und Yaks in unwegsamen Gebieten umherziehen. UNICEF Schweiz unterstützt ein Pilotprojekt der Regierung: Neu sollen Lehrepersonen den Nomadenfamilien folgen.
Die Situation
Bhutan hat in den vergangenen Jahren grosse Anstrengungen unternommen, um auch in ländlichen und abgeschiedenen Gebieten des Landes möglichst vielen Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Die Probleme der abgelegenen Schulen sind indes vielfältig. Faktoren wie ein dürftiges Lernumfeld, ungenügend qualifizierte und ausgebildete Lehrpersonen, Mangel an Unterrichtsmaterialien, veraltete Unterrichtsmethoden (nur Auswendiglernen) sowie Schulhäuser, die weit weg vom Elternhaus liegen, verhindern eine gute Ausbildungsqualität. Vielen Schulen in Bhutan fehlt es zudem an Trinkwasser, sanitären Anlagen und Schulmobiliar.
Das 8-jährige Nomadenmädchen Yanka, geht einen Tagesmarsch von ihren Eltern entfernt zur Schule. In dem einstöckigen Schulgebäude lernt, lebt und schläft sie mit ihren Schulkameraden in ein und demselben Raum. «Ich gehe sehr gerne zur Schule», sagt das Mädchen und führt aus: «Zu Hause müsste ich immer auf die Yaks aufpassen.»
Die 390 meist abgelegenen Klosterschulen haben kein fliessend Wasser und hygienische Toiletten. Die Kindermönche leiden häufig unter Haut-, Atemwegserkrankungen und Durchfall. Barfuss und in dünne Stoffgewänder gehüllt, sitzen sie oft stundenlang auf den kühlen Lehmböden und lernen Gebete auswendig.
Das Projekt
Seit 1999 engagiert sich UNICEF Schweiz für Bildungsmassnahmen im abgeschiedenen Himalaya-Staat. Gemeinsam mit der bhutanischen Regierung wurden verschiedene Programme umgesetzt. Dank diesem Einsatz gehen heute 94 Prozent der Kinder zur Schule.
Nun gilt es die Ausbildungsqualität weiter zu verbessern und die geografisch schwer erreichbaren Nomadenkinder einzuschulen.
«Mobile Lehrer für mobile Kinder»
In den kommenden zwei Jahren finanziert und beobachtet UNICEF Schweiz das Pilotprojekt der Regierung: «Mobile Schulen für mobile Kinder».
Bhutan hat beschlossen, dass der Schulweg nicht mehr als eine Stunde betragen darf. Darum sollen Lehrer in die abgelegenen Gebiete vordringen, die die Kinder unterrichten während sie mit den Nomaden mitzeihen.
«Kinderfreundliche Schulen»
UNICEF finanziert den Ausbau von bestehenden Schulen und Neubau von Schulen in abgelegenen Gebieten. Die bhutanischen Schulen sollen allgemein kinderfreundlicher werden.
Kinderfreundliche Schulen haben:
- grössere Klassenzimmer für weniger Kinder,
- eine sichere Umgebung mit sanitären Anlagen, sauberem Wasser und Spielmöglichkeiten,
- anregendes Unterrichtsmaterial,
- Lehrpersonen, die in individueller Unterrichtsmethodik ausgebildet sind und
- den Einbezug von Eltern aktiv fördern.
«Gesundheit, Ernährung und Hygiene»
Seit März 2010 läuft das Projekt „Gesundheit, Ernährung und Hygiene“ in den Klöstern, mit dem Ziel, möglichst kinderfreundliche Bedingungen für die Kindermönche zu schaffen. Die Mönche und Nonnen können, einmal ausgebildet, das Wissen an die Bevölkerung weitergeben.
Helfen auch Sie!
Setzen Sie sich für die Bildung der Kinder in Bhutan ein und ermöglichen Sie ihnen eine Zukunft – übernehmen Sie eine Projektpatenschaft!
Bildung ist der Schlüssel zum Fortschritt.