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Mädchenbildung in Indien

40 000 Mädchen in Uttar Pradesh haben das Heft in die Hand genommen. 
 © UNICEF/INDA2011-00160/Niklas Halle'n
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40 000 Mädchen haben das Heft in die Hand genommen

In Indiens bevölkerungsreichstem Teilstaat, Uttar Pradesh, geht über eine halbe Million Kinder nicht zur Schule. Dabei fällt auf, dass insbesondere die Bildung von Mädchen stark vernachlässigt wird. Gerade Eltern aus tieferen Kasten erachten die Schule als unnötig und haben vorwiegend nur ein Ziel: ihre Töchter möglichst früh zu verheiraten. Die von UNICEF Schweiz initiierten Girls Camps erweisen sich als äusserst nachhaltig, Mädchen aus armen Familien eine Schulbildung zu ermöglichen.


Die Situation

Schulen bewahren Mädchen vor Frühehen.

Zehn Prozent der 10- bis 14- jährigen Mädchen sind in Indien verheiratet. Die Heirat setzt nicht nur ihrer Kindheit ein abruptes Ende sondern häufig auch ihrer Schulzeit. Von einem selbstbestimmten Leben können sie nur träumen. Rund 82 Prozent der erwachsenen Männer Indiens können lesen. Bei den Frauen sind es hingegen nur gut 65 Prozent. Die indische Regierung hat mit dem Gesetz «Recht auf Bildung» eine wichtige Grundlage geschaffen, damit die rund 450 Millionen Kinder des Landes zukünftig eine kostenlose Schulbildung erhalten. UNICEF unterstütz das Bildungsministerium in der Umsetzung dieses Versprechens.

Im letzten Jahr konnte dank der Hilfe von UNICEF Schweiz beispielsweise an 1074 öffentlichen Schulen in Uttar Pradesh Verbesserungen erzielt werden. In dem besonders von Armut betroffenen Teilstaat Indiens errichtete UNICEF 2001 das erste Mädcheninternat, ein sogenanntes «Girls Camp». 40 000 Mädchen haben in den vergangenen 11 Jahren eines der 454 Girls Camps in Uttar Pradesh besucht.

 

Das Programm hat weltweites Aufsehen erregt und gehört inzwischen zu den vier wichtigsten Bildungsinitiativen in Indien. Alle initiierten Dorfschulen gehen spätestens nach drei Jahren in die Verantwortung des Staates über. Das Erziehungsdepartement von Uttar Pradesh betreibt mittlerweile 376 dieser Internate.

Das Projekt

Alle Kinder in Indien haben offiziell ein Recht auf Bildung.

Grils Camps
Die von UNICEF initiierten Mädcheninternate ermöglichen den oft sehr wissbegierigen 12–14-jährigen Mädchen, die Grundschule innerhalb eines Jahres nachzuholen. Zusätzlich zum Grundschulstoff kommen Fächer wie Hygiene, Krankenpflege, Familienplanung und Buchhaltung. Damit ist der Boden für ein eigenständiges Leben gelegt.
Die Tatsache, dass Schule, Essen, Schulmaterial und Schuluniform kostenlos sind, ist ein wichtiger Motivationsgrund für in Armut lebende Eltern, ihre Töchter gehen zu lassen. Bereits über 40'000 Mädchen besuchten in den letzten Jahren dieses Bildungsangebot.

Seit 2009 finanziert UNICEF Schweiz ein Pilotprojekt, das die Schulzeit in den Mädcheninternaten von einem auf drei Jahre ausdehnt. Mit der Verlängerung der Schulzeit in den Girls Camps verhilft UNICEF den Mädchen zu einer umfassenderen Bildung und mehr Boden unter den Füssen.

 

Die Heirat wird durch den Schulbesuch automatisch hinausgeschoben, bis die Mädchen etwa 17 Jahre alt sind. 2012 wird das Pilotprojekt abgeschlossen. Die Erfahrungen und positiven Resultate sollen auf die verbleibenden Girls Camps übertragen werden.

Sommercamps gegen Kinderarbeit und Analphabetismus
870 Mädchen aus bildungsmässig besonders rückständigen Distrikten in Uttar Pradesh konnten an Sommercamps teilnehmen. Auf spielerische Weise wurden die Strassenkinder und Kinderarbeiter ans Lernen geführt, mit grossem Erfolg. 95% der Mädchen konnten im Anschluss in den Schulprozess integriert werden.

HELFEN AUCH SIE!

Die Girls Camps sind ein grosser Erfolg.



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