Ruanda ist ein junges Land. 52 Prozent der Bevölkerung sind noch keine 18 Jahre alt. Fast ein Fünftel davon sind Waisen. Sie haben die Erfahrung gemacht, was es heisst, als Kind die Verantwortung für das eigene Überleben zu tragen. Die meisten von ihnen erhalten keine regelmässige staatliche Hilfe. Zeit also, dass die Stimme dieser Kinder gehört wird.
Kinderhaushalte in Ruanda
Das Projekt

In Ruanda leben 860 000 Waisen. HIV/AIDS sowie die Folgen des Völkermordes 1994 prägen noch immer den Alltag vieler Kinder und junger Erwachsener in Ruanda. Der ostafrikanische Staat verfügt weder über Industrie noch über nennenswerte Ressourcen. Waisenrenten gibt es nicht, denn ein Sozialver- sicherungssystem fehlt. So leben sie in sogenannten Kinder- haushalten zusammen.
Zusammen mit den Nichtregierungsorganisationen unterstützt UNICEF die Aufnahme von Waisenkindern in erweiterte Familien, Pflegefamilien und Nachbarsfamilien und die Betreuung und Begleitung von Waisen in Kinderhaushalten. Damit kann wenig- stens der Zugang zu Gesundheitshilfe, Bildung und Ernährung sichergestellt werden.
Zusammen mit UNICEF setzt das Land auf das Konzept «kinderfreundliche Schulen». Kernstück der «kinder- freundlichen Schulen» ist die Partizipation. In einem Land, wo 21 Prozent der Kinder Waisen sind und Tausende von ihnen in Kinderhaushalten leben, ist die Stärkung der Kinderparti- zipation eine Voraussetzung für das Zusammenleben. Denn in den Dörfern darf die Stimme dieser Kinder nicht überhört werden.
Was UNICEF tut

UNICEF Schweiz unterstützt seit 1998 die Programme zugunsten von Kinderhaushalten und Waisen.
Waren es zu Beginn Betreuung und Begleitung sowie Materialhilfe, Vermittlung von Fertigkeiten zur Bewirtschaftung des eigenen Landstücks, zur Kleintierhaltung und für Handwerksberufe, intensivierten wir ab 2002 die Hilfe zur Bekämpfung von HIV/AIDS:
Im Vordergrund stand die Abgabe von Nevirapine zur Verhinderung der Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind. Das Pilotprojekt überzeugte die Regierung und ermöglichte dessen Ausweitung. Zeitgleich verstärkten wir die Sensibilisierungsarbeit unter jungen Leuten. Heute verfügen 51 Prozent der Mädchen und 54 Prozent der jungen Männer über umfassendes Wissen über die Immunschwächekrankheit. Dies entspricht einer Zunahme von über 30 Prozentpunkten.
Im Jahr 2009 konzentrierte sich die Hilfe auf Aufklärung und Sensibilisierung von Strassenkindern. Mehr als 3200 Kinderprostituierte haben Betreuung und Begleitung erfahren. Von zentraler Bedeutung sind die Verankerung von Aids-Tests auch für diese Kinder und die Routineuntersuchungen zur Verhinderung der Mutter-Kind Übertragung in den Gesundheitszentren. Dazu wurden Pilotprojekte in zwei Zentren durchgeführt. Gemeinsam mit Partnerorganisationen konnten zusätzlich 8700 Waisen betreut werden.
2010 wird UNICEF Schweiz an der eingeschlagenen Strategie festhalten mit noch stärkerem Fokus auf die Schule. Kinderfreundliche Schulen bilden das Rückgrat für die Betreuung von Waisen und Kinderhaushalten. Die Einbindung der Schulen in das «orphans and vulnerable children»-Programm schafft gute Voraussetzungen für eine umfassende Hilfe an die benachteiligten Kinder.
2010 hat sich UNICEF Schweiz zum Ziel gesetzt, das Projekt mit 600 000 Franken zu unterstützen. Helfen Sie UNICEF, Kinderhaushalte zu betreuen und zu begleiten und kinderfreundliche Schulen umzusetzen – werden Sie Projektpate/-patin!







